Am 16. Juni 2026 fand in Kevelaer die diesjährige Mitgliederversammlung der Energiegenossenschaft Niederrhein statt.

Die Veranstaltung war gut besucht und bot den Mitgliedern die Gelegenheit, sich über die aktuellen Entwicklungen und zukünftigen Pläne der Genossenschaft zu informieren.

Ein zentrales Ergebnis der Versammlung war die Bestätigung von Sascha Koziol und Paula Backhaus im Vorstand. Die Mitglieder sprachen ihnen einstimmig ihr Vertrauen für die bisherige Arbeit aus und befürworteten die dargelegten Vorhaben für die nächste Zeit. Darunter die angestrebte Erweiterung der Mitgliederzahl bei steigendenden Projektmöglichkeiten.

Darüber hinaus wurden die neuen Aufsichtsratsmitglieder Lilien Wagner, Stefan Winkel und Peter A. Becker einstimmig gewählt. Mit ihrer Wahl wird die Arbeit des Aufsichtsrats weiter gestärkt und die zukünftige Entwicklung der Genossenschaft begleitet.

Im Rahmen der Versammlung wurde auch die finanzielle Entwicklung der Genossenschaft diskutiert. Für das Geschäftsjahr 2025 beschlossen die Mitglieder eine Ausschüttung von 5 % auf ihre Einlagen. Damit werden die Mitglieder erneut am wirtschaftlichen Erfolg der Genossenschaft beteiligt.

Die Versammlung war geprägt von einem konstruktiven Austausch und einem positiven Ausblick auf die zukünftigen Projekte der Energiegenossenschaft Niederrhein. Die Mitglieder zeigten sich engagiert und motiviert, die Energiewende vor Ort aktiv mitzugestalten.

Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Interesse und ihre Unterstützung.

Mein Name ist Stefan Winkel, ich bin 59 Jahre alt und lebe gemeinsam mit meiner Frau in Issum.
Unsere drei erwachsenen Kinder haben sich in ganz Deutschland verteilt – ein kleines Symbol dafür, dass das Leben in Bewegung bleibt.

Seit 35 Jahren bin ich Gießerei-Ingenieur, und Energiethemen haben mich dabei von Anfang an begleitet. Was zunächst ein berufliches Thema war, ist längst zur persönlichen Überzeugung geworden: Vor sechs Jahren haben meine Frau und ich unsere private Energiewende vollständig umgesetzt – von der Theorie in die Praxis, von der Planung in den gelebten Alltag.

Neben meiner Arbeit gilt meine große Leidenschaft dem Radfahren. Wer einmal stundenlang einen Alpenpass hinaufgefahren ist, erlebt etwas Besonderes: Man wird sich bewusst, wie klein der Mensch im großen Ganzen eigentlich ist. Die Erde wird sich auch ohne uns weiterdrehen – das ist keine düstere Botschaft, sondern ein Antrieb. Es wäre schlicht schade, wenn dieser Moment allzu bald käme.

Genau diese Haltung bringe ich in mein Engagement für den Aufsichtsrat dieser Genossenschaft ein: Bodenständigkeit, technisches Know-how und den aufrichtigen Wunsch, gemeinsam etwas zu gestalten, das Bestand hat.

 

 

Ich bin Lillien Wagner, 24 Jahre alt und seit März 2026 Mitglied im Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Niederrhein eG.

Beruflich bin ich seit knapp eineinhalb Jahren als Assistenz der Geschäftsführung bei der ESN Energie-Systeme-Niederrhein GmbH in Kevelaer tätig. Dort beschäftige ich mich täglich mit Themen rund um erneuerbare Energien, was auch mein persönliches Interesse an einer nachhaltigen Energiezukunft weiter verstärkt hat.

Zusätzlich komme ich aus einer Familie, die seit Jahren in der Immobilienbranche tätig ist. Dadurch habe ich Einblicke in die Verbindung von Wohnen, Entwicklung und Energieeffizienz erhalten. Ein Bereich, der aus meiner Sicht immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Meine Tätigkeit im Aufsichtsrat übe ich ehrenamtlich aus. Gerade als jüngstes Mitglied freue ich mich darauf, frischen Wind, neue Ideen und meine Perspektive in die Arbeit der Genossenschaft einzubringen und die Energiewende in unserer Region aktiv mitzugestalten.

Auch über meine beruflichen Themen hinaus spielt ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt für mich eine wichtige Rolle. Dazu gehört für mich auch der Umgang mit Tieren: Ich verbringe gerne Zeit mit ihnen und schaue immer wieder im Tierheim Geldern vorbei. Ich finde es beeindruckend, mit wie viel Engagement und Fürsorge dort gearbeitet wird – umso wichtiger ist es, solche Einrichtungen zu unterstützen, was sich auch in den Werten der Energiegenossenschaft widerspiegelt.

Ich freue mich darauf, die Entwicklung der Energiegenossenschaft Niederrhein eG im Aufsichtsrat mitzugestalten.

 

Aufsichtsratsvorsitzender Christian Schick ist Mitbegründer der Genossenschaft der EGN und Verfasser der aktuellen Satzung. Christian Schick ist seit 33 Jahre als selbständiger Rechtsanwalt aktiv. Er verfügt über einen großen Erfahrungsschatz als Rechtsanwalt in einer Kleinstadt. Er ist ehrenamtlich in hohem Maße aktiv, so übt er auch das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden ehrenamtlich aus.

Daneben ist er Sportfunktionär, seit 25 Jahren im Vorstand des Kevelaerer Sportvereins aktiv, davon 20 Jahr als Vorsitzender. Er ist im Kirchenvorstand der Pilgergemeinde St. Marien tätig und Mitglied in der CDU.

Als Vater von drei Kindern macht Herr Schick sich große Gedanken über die Erhaltung der Schöpfung.

Ob bei der Umstellung auf einen geregelten KAT in den 80er Jahren, Fahren von verbrauchsarmen Kraftfahrzeugen, jetzt sogar eines Elektrofahrzeugs, versucht er sich auch aktiv in der Vermeidung von Emissionen. So hat er bereits im Jahre 2009 eine erste große Photovoltaikeinspeiseanlage errichtet, im Jahre 2022 kam eine weitere Anlage mit Batteriespeicher hinzu. Aktuell baut er weitere drei Photovoltaikanlagen auf einem Mehrfamilienhaus. Seine Ehefrau ist Eigentümerin eines Grundstücks, auf dem ein Windrad in einem Windpark errichtet wird.

Bereits in den 70er Jahren, als Schüler, hat er sich intensiv mit dem Klimawandel auseinandergesetzt, so z.B. durch die Studie „Global 2000“, die einer, laut SWR-Bericht aus dem Jahre 1981, sehr düsteren Bestandsaufnahme aller damals bekannter Umweltprobleme. Veröffentlicht wurde die Studie im Jahre 1980. Gleichzeitig konnte Herr Schick beobachten, wie durch den technischen Fortschritt sich zum einen die Lebensgewohnheiten änderten und zum anderen der „Energiehunger“ insbesondere in der westlichen Welt immer größer wurde. Da dieser Energiehunger scheinbar nicht zu stillen ist, hat sich Herr Schick lange mit der Frage der erneuerbaren Energien beschäftigt und sie versucht in sein Leben zu integrieren, um so – als Ansatz ist also jeder einzelne nach seiner Auffassung gefragt – seinen eigenen fossilen Fingerabdruck so klein als möglich zu halten. Diese Vorgeschichte hat Herrn Schick auch dazu bewegt, nachdem er von Franz-Josef Schraven angesprochen worden ist, sich dem Projekt einer Energiegenossenschaft zu widmen, die den Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere die Finanzierung des Ausbaus, zum Gegenstand hat.

Seit Eintragung der Genossenschaft im Genossenschaftsregister ist Herr Schick Aufsichtsratsvorsitzender und begleitet die Genossenschaft bei allen aufkommenden Fragen, als Teil seines ehrenamtlichen Engagements.

Am 16. Juni fand in Kevelaer die diesjährige Mitgliederversammlung der Energiegenossenschaft Niederrhein statt.
Die Veranstaltung war gut besucht und bot den Mitgliedern die Gelegenheit, sich über die aktuellen Entwicklungen und zukünftigen Pläne der Genossenschaft zu informieren.

Das „World House“ in Wetten ist unabhängig von der Energieversorgung. Das Hotel produziert sogar oft mehr Strom, als im Haus verbraucht wird.

Die aktuelle Energiebilanz konnte die SPD-Bundestagsabgeordnete Barbara Hendricks auf einem Display ganz einfach zu sehen: „Eigenstrom 100 Prozent, autark“ war auf der Anzeige abzulesen. Damit nicht genug: In diesem Moment speiste die Anlage sogar doppelt so viel Strom in das Netz ein, wie das Gebäude verbrauchte.

Die Politikerin zeigte sich angetan von dem Energiekonzept, mit dem die Energiegenossenschaft Niederrhein das „World House“ in Wetten unabhängig vom Netz gemacht hat. „Vor allem, weil dieses Beispiel zeigt, dass auch Bestandsgebäude energieneutral umgebaut werden können“, sagte sie. Denn das Hotel in Wetten ist sicher kein Gebäude, das in früheren Jahren besonders energiebewusst angelegt worden ist. Die Anlage war früher ein Kloster, stand dann lange leer, bevor Inhaberin Thera van Osch das Objekt übernahm und zum Hotel umbaute.

Energiegenossenschaft Niederrhein Ziel der Energiegenossenschaft ist laut Satzung die Errichtung und Unterhaltung von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien, insbesondere Photovoltaikanlagen, auch der Erwerb und Betrieb bereits bestehender Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien, wozu auch die dezentrale Energieerzeugung durch Wind, Biogas, Geothermie und Wasser gehört.
Von Anfang an habe man ein nachhaltiges Konzept verfolgt. Daher sei klar gewesen, dass man sich irgendwann von der Ölheizung im Hause verabschieden würde. Der Kontakt mit der Energiegenossenschaft sei ein Glücksfall gewesen. Ein Glücksfall, von dem beide Seiten profitiert hätten, wie Thera van Osch erläuterte. Heute wird das Hotel per Blockheizkraftwerk und Solaranlage mit Energie versorgt. Zudem gibt es eine Speicheranlage für Energie. Die Abwärme vom Blockheizkraftwerk wird als Heizwärme und für die Warmwasseraufbereitung genutzt.

Für die Anlage zahlt das „World House“ Pacht an die Energiegenossenschaft, die das Projekt finanziert und realisiert hat. „Die Kosten früher waren viel höher, die Pacht ist spürbar geringer als unsere bisherigen Energiekosten“, berichtet die Inhaberin. Im Gegenzug ist das „World House“ auch ein Glücksfall für die Energiegenossenschaft. Denn es ist ein Projekt, mit dem die Genossenschaft zeigen kann, was auf dem Energiemarkt möglich ist.

Für Barbara Hendricks ist das Projekt auch ein Paradebeispiel dafür, was in Privathäusern auf dem Energiemarkt möglich ist. Gerade am Niederrhein würden viele Menschen über Eigentum verfügen und hätten damit auch die Möglichkeit, Strom zu erzeugen. „Wir sollten uns keine Sorgen machen, dass es zu wenig Strom gibt, um die E-Autos zu versorgen.“ Das sei inzwischen dezentral zuhause möglich, indem die Leute Energie in Batterien in der Garage speichern. Die frühere Umweltministerin war sichtlich angetan von dem Projekt, dem noch weitere folgen sollen, wie Franz-Josef Schraven vom Vorstand der Energiegenossenschaft erläuterte.

So sei die Gesellschaft bereits in konkreten Gesprächen mit Interessenten, solche Energiekonzepte auch auf anderen Gebäuden einzusetzen. Gerade bei öffentlichen Gebäuden gebe es hier noch einen riesigen Nachholbedarf, meinte Vorstandskollege Rainer Elschen. „Das Projekt hier ist ein Musterbeispiel dafür, wie wir dem Klimawandel ein Schnippchen schlagen können.“ Es sei hier ein Ruck bei der öffentlichen Hand nötig, um so etwas auf breitere Beine zu stellen.

Für Thera van Osch ist das „World House“ ein Beispiel dafür, wie man die Vergangenheit bewahren und gleichzeitig die Zukunft im Blick haben kann. Denn auf der einen Seite hat das Hotel auf moderne regenerative Energie gesetzt und auf der anderen das religiöse Erbe der Schwestern weitergeführt. Denn die Grotte mit Marienfigur gehört ebenso noch zum Hotel wie der Kreuzweg.

Quelle: rp-online.de